Biologie

Wie viele Bäume gibt es auf der Welt?

Nach dieser neuen Studie müssen wir auch über einen neuen Waldatlas sprechen und die Frage beantworten, wie viele Bäume es auf der Welt gibt. Und glücklicherweise sind die Bäume mehr als bisher angenommen, insgesamt 1.327 Millionen Hektar.

Neue Technologien für die Feinabstimmung

An der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) durchgeführten Studie waren mehr als zweihundert Forscher aus verschiedenen Organisationen beteiligt.

Die große und qualifizierte Beteiligung war zwar wichtig, aber das wirklich Besondere war die Möglichkeit, die erwähnten hochauflösenden Bilder, die von DigitalGlobe-Satelliten gesammelt wurden, unter anderem von Google Maps verwenden zu lassen.

Diese neue Technologie stellt für unseren Zweck ein Vorher und Nachher dar, da sie über Sensoren mit einer Auflösung von 25 Zentimetern verfügt, was die Analyse erheblich erleichtert. Oder besser gesagt, sie wird durch den Einsatz von Collect Earth möglich. Eine noch nie dagewesene Gelegenheit, die die FAO ohne zu zögern ergriffen hat.

Wie viele Bäume gibt es auf der Welt? Mehr als bisher angenommen – Neue Technologien ermöglichen es, die Daten zu verfeinern!

Was ist Collect Earth?

Collect Earth ist ein Tool, das es ermöglicht, Daten über Google Earth zu sammeln und dann hochauflösende Satellitenbilder für verschiedene Zwecke zu analysieren. Auf diese Weise war es möglich, spezifische Daten zu sammeln, in diesem Fall die Durchführung von regionalen Waldinventuren in Gebieten, die bisher nur unzureichend inventarisiert waren.

Konkret handelt es sich um Trockengebiete mit dem Ziel, das Verständnis für die dort vorhandenen Elemente zu verbessern, um das Wissen über die vorhandenen Ressourcen zu vertiefen und den Bedarf an Umweltschutz zu ermitteln.

Das „Global Dryland Assessment“ ist eigentlich ein breiter angelegtes Projekt, das auch die Zählung von Trockenrasen durch eine Bewertung umfasst, bei der Collect Earth zur Analyse von mehr als 200.000 Flächen weltweit eingesetzt wird.

Das Ziel, eine globale Zählung der Waldbedeckung (einschließlich Wälder, Bäume und Grasland) durchzuführen, wird durch eine Reihe spezifischer, von der FAO entwickelter Methoden erreicht. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es 2015 1,327 Millionen Hektar arider Klimabiome mit einem prozentualen Anteil der Waldbedeckung von mehr als 10 Prozent gab.

Diese Daten sind wichtig, weil sie den Schwellenwert darstellen, den die FAO für die Bezeichnung von Wald auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern verwendet. Das wichtigste Ergebnis ist jedoch die Neudefinition der Waldkarte der Trockengebiete. Mit den Worten von Elena María Abraham, Mitautorin der Studie:

Das Wichtigste ist, dass wir durch die Ausweisung eines größeren Trockenwaldgebiets die Karte der Trockengebiete neu zeichnen. Angesichts des Szenarios des Klimawandels und der Wüstenbildung, bei dem sich die Trockengebiete ausdehnen werden, ist es von entscheidender Bedeutung, die Trockenwälder zu kennen, die wichtigste Ressource, die wir haben.

Schließlich hat die FAO diese Analyse im Rahmen von zwei sich ergänzenden Projekten derselben Organisation durchgeführt, wie z.B. „Action Against Desertification“ und „Global Forest Survey“, deren Umsetzung auf der Zusammenarbeit eines Netzwerks von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und akademischen Institutionen, neben anderen Mitarbeitern, beruht.

Abgesehen von der guten Nachricht, dass es mehr Wald gibt, verfolgt die Studie also einen praktischen Zweck, nämlich die Entwicklung von Regionen, in denen die Ressourcen im Allgemeinen knapp sind.

Schlussfolgerungen

Bisher haben wir einen Baumbestand ignoriert, der insgesamt 467 Millionen Hektar umfasst, d. h. so viele Bäume, wie der Amazonas-Regenwald ausmacht. Damit beläuft sich der weltweite Baumbestand auf 1.327 Millionen Hektar.

Diese Aktualisierung wurde durch die Verwendung von hochauflösenden Luftbildern ermöglicht, die die von Satelliten wie Sentinel oder Landsat gelieferten Ergebnisse verbessern. Sie wurde vor allem bei der Zählung in Trockengebieten verfeinert, wo die Bäume keine Wälder bilden, die sich leicht in Bäume umrechnen lassen, kurz gesagt, in einer bestimmten bewaldeten Fläche, gemessen in Hektar.

In trockenen Gebieten gibt es dagegen mehr verstreut stehende Bäume. Da es sich nicht um zusammenhängende Grünflächen handelt, ist die Zählung komplizierter. Und nach den neuen Daten wurden die Zahlen deutlich unterschätzt.

Berücksichtigt man außerdem, dass fast die Hälfte der Erdoberfläche durch diese Trockenheit gekennzeichnet ist, ergibt sich aus der geringeren Anzahl von Bäumen auf dieser großen Fläche (konkret 41,5 Prozent) eine gute Zahl.

Auch wenn man zum Zeitpunkt der Zählung eine Vorstellung von diesem Mangel hatte, war die Technologie, die zur Behebung dieses Mangels erforderlich war, noch nicht verfügbar, so dass die damit verbundenen Auswirkungen auf die Umwelt nicht konkret bekannt sein konnten.

Inzwischen hat sich die Situation geändert, und es war möglich, die Trockengebiete zu überprüfen und die Bäume zu zählen, die früher nicht berücksichtigt wurden. Dies ist die bisher umfangreichste Untersuchung dieser Trockengebiete zu diesem Zweck.

„Die Verwendung von Bildern mit sehr hoher Auflösung bedeutet, dass jetzt jedes Pixel des Satellitenbildes viel spezifischer sein kann und die Menge des Waldes besser erfasst werden kann“, erklärt Javier Gódar, Forscher am Stockholmer Umweltinstitut (SEI), der auch betont, wie wichtig es ist, diese Technologie weiterhin für die Überwachung und Nachverfolgung einzusetzen. Auf diese Weise wäre es logischerweise möglich, zuverlässigere Daten sowohl über die Wiederaufforstung als auch über die Entwaldung in diesen vergessenen Gebieten zu erhalten.

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